Spitäler


Damalige „Spitäler“ hatten mit dem, was der Begriff heute bedeutet, wenig zu tun, und das Spital hatte um 1800 sehr wenig Ansehen. Der Satz: „Ehret das Alter“ galt eigentlich nur für reiche Alte; die armen kamen oft ins Spital - zuvor aber mußte nachgewiesen werden, daß sie arbeitsunfähig waren, sonst gab es keine staatliche Hilfe. Spitäler waren bessere „Sterbehäuser“, die eigentlich der allgemeinen Vorsorge dienen sollten, was meist an den wirtschaftlichen Umständen scheiterte.

Hinzu kam, daß bis ins 19. Jahrhundert Spital und Zuchthaus eine einzige Einrichtung war; so konnte auch die zahlreichen Bettler (ca. 300 von 1000 Einwohnern!!) problemlos „versorgt“ werden. In diesen Spitälern herrschte denn auch eine gefängnisähnliche Ordnung, und da in diesen Häusern als dritte Gruppe auch Geisteskranke untergebracht waren und man beengt und in teilweise unvorstellbar schmutzigen Verhältnissen zusammenleben mußte, war der Aufenthalt in derartigen Häusern keine freiwillige Angelegenheit.