Deutsch GL Daniel Schulz

Schiller und das Verbrechen
(Der Verbrecher aus verlorener Ehre � die Physiognomisten)

Übersicht:

1. Friedrich Schiller

            - eine kurze Biographie

            - Verbindungen zum Thema Kriminalität und Recht

2. Friedrich Schiller: Der Verbrecher aus verlorener Ehre

            - kurze Inhaltsangabe

            - Entstehungsgeschichte, Hintergründe

3. Die Physiognomisten

            - Lavater

            - Die Lehre

4.  Verbrechen, Prozesse und Strafen zur Zeit Schillers

5. Quellenangaben

 


 

I)  Friedrich Schiller

eine kurze Biographie:

 

Am 10. November 1759 kommt Schiller in Marbach am Neckar als Sohn eines Wundarztes auf die Welt.  In den Jahren 1764-1766 lebt die Familie in Lorch wo Schiller von einem Pfarrer unterrichtet wird. Zu dieser Zeit wird der Vater nach Ludwigsburg versetzt und seine Familie folgt ihm dorthin. Schiller besucht die Ludwigsburger Lateinschule.  Sechs Jahre später, 1773 muss er auf Befehl des Herzogs Karl Eugen von Württemberg in die Karlsschule eintreten. Das Ziel des Herzogs ist es dort gehorsame,     junge Offiziere und Beamte, unter seinem Befehl, mit militärischem Drill ausbilden zu lassen.

Schiller der bis zu diesem Zeitpunkt an der Militärakademie Jura studiert hatte, erhält, nachdem er mit der gesamten Militärakademie nach Stuttgart umgezogen ist, den Befehl, von nun an Medizin zu studieren, da seine Leistungen stark nachgelassen hatten.

Heimlich studiert er in der Karlsschule die Werke Lessings, Rousseaus und Goethes  und beginnt 1777 sein erstes eigenes Drama: ,,Die Räuber��.

1780 erhält Schiller nach seinem zweiten Versuch den Doktortitel, verlässt im Dezember die Akademie und erhält eine schlecht bezahlte Stelle als Wundarzt.

Am 13 Januar 1782 wird Schillers Drama ,,Die Räuber�� in Mannheim mit großem Erfolg uraufgeführt.

Nachdem er einen Gedichtband herausgebracht hat und ein weiteres Drama begonnen hat, kommt er 14 Tage in Haft und erhält ein Schreibverbot, da er mehrmals unerlaubt aus Württemberg nach Mannheim gereist war.

Im September flieht Schiller zusammen mit seinem Freund Andreas Streicher endgültig nach Mannheim, wo er jedoch keine Stelle erhält und versteckt sich dann in Thüringen unter dem Decknamen Dr. Ritter.  Dort vollendet er sein Werk ,,Kabale und Liebe�, wobei er gleichzeitig als Bibliothekar tätig ist.1783 erhält er endlich eine Stelle als Theaterdichter in Mannheim und arbeitet, um seinen Beruf nicht zu verlieren, trotz Malaria, verbissen an seinen Stücken. Diese Überforderung seines Körpers greift seine Gesundheit auf Dauer an. Nachdem er 1784 mit dem Drama ,,Kabale und Liebe� nochmals große Erfolge erzielen konnte verlässt ihn nun sein Glück. Er verliert die Stelle in Mannheim und kann nur mit großer Mühe einer Schuldhaft entgehen.

Erst 1787 kann er mit  der Aufführung des ,,Don Carlos� wieder einen wichtigen Erfolg erzielen, nachdem er dem Ruf eines Freundes nach Leipzig und Dresden gefolgt war.

Im November des gleichen Jahres entschließt sich Schiller dazu nach Weimar zu gehen, wo er auf bedeutende Zeitgenossen wie Herder und Wieland trifft.

Zwei Jahre später begegnet er während eines Besuches bei seiner Freundin Charlotte von Lengenfeld in Rudolstadt erstmals  Johann Wolfgang von Goethe, der ihm eine  unbezahlte Professur in Jena als Professor für Geschichte verschafft.

Schiller betreibt nun vornehmlich historische Studien, wird zum Hofrat ernannt und heiratet Charlotte von Lengenfeld. 1791 erleidet er einen Zusammenbruch und seine Genesung geht nur äußerst langsam vonstatten. In Jena kann er seine Lehrtätigkeit nicht weiter ausüben.

Ein Jahr später, auf der Reise zu seinen Eltern, begegnet er Hölderlin. Zu diesem Zeitpunkt verfasst er viele ethische und gesellschaftswissenschaftliche und ästhetische Werke.

Als er 1794 nach Jena zurückkehrt, schließt er dort mit Goethe Freundschaft und folgt diesem noch im gleichen Jahr nach Weimar. Zwei Jahre später stirbt sein Vater. Im Jahr 1797 verfasst er in einem Wettstreit mit Goethe zahlreiche Balladen, wie ,, Der Handschuh � oder der ,,Der Taucher�.

1800 erkrankt er erneut schwer. Im Juni wird ,,Maria Stuart� uraufgeführt. 1802 bekommt er einen erblichen Adelstitel verliehen, auf welchen er jedoch keinen Wert legt. Seine finanzielle Situation bessert sich nun immer mehr. Als sein letztes Stück wird 1804 ,, Wilhelm Tell� in Weimar uraufgeführt. Der Erfolg ist riesig. Im Herbst erleidet er wieder einen Rückfall und ohne, dass sich sein Zustand noch einmal bessert verstirbt Friedrich Schiller am 29. April 1805.

Verbindungen zum Thema Kriminalität und Recht:

Für Schiller ist die Bühne die wichtigste öffentlich Schule überhaupt.  So nimmt er hier immer wieder gezielt Einfluss auf den Gerechtigkeitssinn seiner Zeitgenossen. Die Literatur stellt für ihn die einzige Möglichkeit dar, offen Kritik, an der für seine Begriffe völlig überholten und unzeitgemäßen Justiz in Deutschland zu üben. Mit dieser ist Schiller häufig selbst in Konflikt geraten, wenn auch nur auf einer relativ niedrigen Ebene. So zum Beispiel bei seinen zahlreichen Fluchten nach Mannheim, als er in Arrest musste und ein Schreibverbot erhielt, oder aber auch bei der ständigen Kontrolle durch den jeweiligen Landesvater, welche ihn oft an einem freien, künstlerischen Schaffen hinderte.

Wie er selbst in seinem Vortrag ,,Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet� bemerkt,

sollte die Schaubühne Schwert und Waage der Justitia übernehmen, wenn in der Rechtswirklichkeit die Gerechtigkeit für Gold verblindet und im Solde der Laster schweigt.

Diese Kritik tritt in fast all seinen Werken zum Vorschein.

Bereits in seinem ersten Werk ,, Die Räuber� spielt das Verbrechen eine wichtige Rolle. Dennoch  wirkt der Räuber Moor sehr sympathisch  und ist eindeutig der Held, mit welchem sich der Leser identifizieren kann und dessen Entscheidungen alle nachvollziehbar sind. Der Leser hätte wahrscheinlich an keiner Stelle des Dramas unter den gegebenen Umständen anders gehandelt.

Ähnlich ist es in ,,Der Verbrecher aus verlorener Ehre�. Auch hier ist jede Handlung des Helden für den Leser absolut verständlich.

Seine Dramen sollen dazu anregen, die Urteilssprechung zu überdenken und nicht nur die Tat als solche sondern auch Beweggründe in die Urteilsfindung miteinzubeziehen.

Die Vorstellungen  Schillers zu diesem Thema, welche durch seine Abneigung gegen die Staatsform zu seiner Zeit nochmals beeinflusst wurden, decken sich überraschend oft mit modernen Überlegungen zur Sanktionspraxis, z. B. was Freiheitsstrafen etc. angeht.



II) Friedrich Schiller: Der Verbrecher aus verlorener Ehre

Inhaltsangabe:

In seiner Novelle ,,Der Verbrecher aus verlorener Ehre� erzählt Schiller die Geschichte des Christian Wolf, einem jungen Mann aus einfachen Verhältnissen, der schon aufgrund seiner äußeren Erscheinung von vielen seiner Mitmenschen verspottet und gemieden wird.

Um bei  Hannah, einer von ihm als Geliebten auserkorenen  jungen Frau trotz seines Äußeren  eine Chance zu haben beginnt er zu wildern. Er wird jedoch von einem anderen Liebhaber, seinem späteren Rivalen Robert angezeigt.

Mit seinem wenigen Geld kann er der Gefangenschaft entgehen, beginnt aber Hannahs wegen von neuem davon Wild zu erlegen und dann zu verkaufen. Erneut wird er ergriffen und dieses Mal zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Als das Jahr hinter ihm liegt versucht er in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen was ihm jedoch nicht gelingt. Er erhält nichteinmal die Stelle als Schweinehirt. Somit ist er gezwungen erneut Wild zu stehlen und wird dieses Mal mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft. Er erhält ein Brandzeichen auf den Rücken und muss außerdem noch drei Jahre lang in einer Festung arbeiten. Dort ist er nur mit Schwerverbrechern und Mördern zusammen, welche mit der Zeit, obwohl er sich anfangs dagegen wehrt, einen Einfluss auf ihn ausüben. Er beginnt nun auf Rache zu sinnen, Rache an denjenigen, welche die Schuld für sein Schicksal tragen. Als er nach der abgearbeiteten Strafe in seinen Heimatort zurücklehrt wird er von allen, selbst einem kleinen Jungen dem er eine Münze schenken will gemieden. Da er Haus, Hof und sogar seine Mutter verloren hat  und es nicht mehr wagt an anderem Ort einen Neuanfang zu wagen beginnt er hasserfüllt damit sämtliches Wild der umliegenden Wälder wahllos abzuschießen, um sich am Staat zu rächen.

Als er eines Tages seinen alten Erzfeind Robert im Wald erkennt schießt er ihn tot. Über seine eigene Tat entsetzt versucht er außer Landes zu fliehen, wobei er jedoch von einer Räuberbande aufgehalten wird. Da er für sich selbst bereits als verloren betrachtet hatte und ihn das Gesindel jedoch mit großer Herzlichkeit aufnimmt, schließt er sich ihnen an und wird zum Hauptmann gewählt.

In den nun folgenden Monaten begeht er mit der Bande zahllose Verbrechen und ist schon bald im ganzen Landen gefürchtet.Christian Wolf, der nun nur noch als der Sonnenwirt bekannt ist  distanziert sich jedoch immer mehr von der Bande. Er wendet sich mehrfach in Briefen an seinen Landesherren um Gnade zu bittend und sich als freiwillig als Soldat für den Siebenjährigen Krieg  zur Verfügung stellend. Er erhält jedoch keine antwort und beschließt nach Preußen zu fliehen wo er als Soldat einen ehrlichen Tod finden möchte. Auf dem Weg wird er jedoch aufgehalten und verrät sich  ohne Not absichtlich selbst, um endlich Ruhe zu finden. Er wird, was jedoch nur im Vorwort kurz Erwähnung findet verurteilt und hingerichtet.

Entstehungsgeschichte und Hintergründe:

Ein wichtiger Bestandteil der Novelle ,,Der Verbrecher aus verlorener Ehre� ist das von Schiller selbst verfasste Vorwort. Hier offenbart er die Absicht in der er das Werk verfasst hat.
Schiller schreibt über die ungeheure Kraft die in einem menschlichen Herz liegt und geht vor allem auf die psychischen Hintergründe von Verbrechern ein. Er vertritt eine ähnliche Meinung wie Büchner. Auch er ist der Ansicht, dass im Prinzip jeder Mensch zum Verbrecher werden kann, wenn entsprechende äußere und auch innere Zustände gegeben sind. Das wird auch in seinem Drama die Räuber sichtbar. Schiller schreibt dass mancher Mensch, der einer bürgerlichen Sphäre entstammt, gäbe es eine Klassifizierung  für das Menschengeschlecht sich mit dem Ungeheuer Borgia in einer Ordnung zusammen fände.Hier macht er ganz klar seinen Standpunkt zum Spießbürgertum mit all seinen Vorurteilen und Stereotypen deutlich.Auch die Geschichtsschreibung seiner Zeit kritisiert er. Seiner Meinung nach ist sie auf bloße Effekthascherei aus  und beschäftigt sich vornehmlich, was die Fälle der Justiz angeht, mit reinenTatvorgängen, und deren Schrecklichkeit, statt die Beweggründe der Täter oder deren Umfeld näher zu analysieren.Auf eben diese Analyse legt Schiller dann in ,,Der Verbrecher aus verlorener Ehre� besonders großen Wert. Deutlich wird das vor allem dadurch dass er den gesamten Mittelteil aus der Sicht des Protagonisten erzählt, und das sehr ausführlich, während Einleitung und Schluss sehr knapp gehalten sind.Schiller verlangt dass in der Geschichtsschreibung der  Leser nicht nur die Tat an sich sieht sondern auch den Willen der dahinter steckt.Neben der Kritik an der Geschichtsschreibung, übt Schiller jedoch wie bereits beschrieben Kritik am Staat und am Rechtssystem seiner Zeit. Gesetze wie das Adelsprivileg auf das Jagen sind für Schiller nicht nachvollziehbar.Christian Wolf ist typisch für Schillers Menschenbild das der Dichter als einen Kräutergarten beschreibt in dem nicht nur heilsame Kräuter sondern auch der giftige Schierling  wächst.So ist auch der Sonnenwirt voller gegensätzlicher Eigenschaften. Einerseits wird er von Hass getrieben und ist schon in seiner Jugend ein ,,loser Bube�,  andererseits hat er doch ein Ehrgefühl und mag kleine Kinder...

Für seinen Helden hatte Schiller ein reales Vorbild. Fridrich Schwan aus Eberspach, der ebenfalls Sonnenwirt genannt wurde. Die Geschichte dieses Mannes kannte Schiller sehr gut und setzte sie teilweise in seine Novelle um. Auch Schwan wurde den Frauen wegen zum Wilddieb.

 


III Die Physiognomisten

Lavater:

Lavater kam im Jahr 1741 in Zürich als zwölftes Kind eines Arztes auf die Welt.

Er absolvierte ein Theologiestudium und  dichtete nebenher. Außerdem war er politisch engagiert und hatte zusammen mit seinen Freunden Füssli und Hess entscheidenen Anteil an der Amtsenthebung des damaligen Landvogts Grebel. Daraufhin verließ er Zürich und reiste durch Deutschland, wo er bedeutende Dichter u.a. Klopstock kennerlernte.

Zurück in der Schweiz ging er verstärkt seinen schriftstellerischen Tätigleiten nach.

Als Pfarrer der St Peter Kirche in Zürich hatte er mit seinen Predigten relativ großen Einfluss und eine große Schar von Anhängern jedoch auch Kritikern.

In den Jahren 1775-1778 erschien sein wohl wichtigstes Werk: Die vierbändigen ,,Physiognomischen Fragmente�. Lavater vertritt hierin die These, dass schon allein die Silhoulette eines Menschen Aufschluss über dessen Charakter geben kann.

Gleichzeitig sympathisierte Lavater mit verschiedenen Scharlatanen seiner Zeit und glaubte in deren Vorstellungen  göttliche Kräfte erkennen zu können. Trotzdem, oder gerade dadurch gelangt er zu großem Ruhm und wird 1786 begeistert in Bremen empfangen. Nachdem er die Ideen der Französischen Revolution als glaubensfeindlich verurteilt und im Krieg verhandelt hatte stirbt der mittlerweile nach Basel deportierte Lavater 1801 nach langem Leiden an den Folgen einer Schussverletzung, die ihm ein Besatzungssoldat zugefügt hatte.

Die Lehre der Physiognomisten:

Die Physiognomisten glaubten und glauben teilweise auch heute noch daran, anhand von Äußerlichkeiten auf den Charakter eines Menschen schließen zu können. Den Nutzen dieser Wissenschaft sehen sie darin den Umgang mit anderen zu erleichtern.

Sie soll dazu dienenFreundschaften und Vertrauen zu schaffen und andererseits in gegebenen Fall Vorsicht walten zu lassen. Jedoch räumten die Physiognomissten ein dass diese Wissenschaft wie jede andere missbraucht werden kann.

Die Physiognomik ist den Physiognomisten nach zu urteilen keine Wissenschaft, die wie eine jede andere einfach gelernt oder studiert werden kann. Zwar gibt es bestimmte Regeln und Richtlinien welche jedoch nur als einfachstes Handwerkszeug zu verstehen sind.

Die wirkliche Wissenschaft kann Zimmermann zu Folge, der 1772 noch vor Lavater die Lehren der Physiognomisten zusammenfasste, nur ein Genie betreiben. Trotz dieser Bemerkung beinhaltet die Sammlung Zimmermanns 100 Regeln.

Auch Schiller und Goethe waren diese Lehren bekannt. Goethe veröffentlichte auch Schriften zu dem Thema und es ist anzunehmen, dass auch zwischen den beiden Dichtern darüber diskutiert wurde.

In ,,Der Verbrecher aus verlorener Ehre� geht Schiller zu Beginn sehr ausführlich auf das abstoßende Äußere des Sonnenwirtes ein. Es ist jedoch schwer zu sagen ob er damit zeigen möchte dass ein solches Gesicht einen Menschen zwangsweise zum Verbrecher macht oder ob Wolf diesen Gegebenheiten so hilflos ausgeliefert war, dass er nicht anders handeln konnte. Ich persönlich bin der Meinung, dass  der Intention des Dichters eher das Letztere entsprechen würde.



IV Verbrechen, Prozesse und Strafen zur Zeit Schillers

Seit dem 17. Jahrhundert war in Deutschland die Constitutio Criminalis Carolina das erste allgemein gültige Strafgesetzbuch, das bis weit ins 18. Jahrhundert noch Anwendung fand. Sie wurde 1530 unter Kaiser Karl V auf  dem Augsburger Reichstag beschlossen. Die Carolina beinhaltete das gesamte Straf und Prozessrecht dieser Zeit.

Auch wenn sie zu Schillers Zeiten bereits stark abgeschwächt worden war, war sie in den Augen des Dichters immer noch gänzlich falsch orientiert.

Im 18. Jahrhundert waren in der Regel die Gerichtsverhandlungen nicht öffentlich, der Prozess hingegen schon. Während der Verhandlung wurde lediglich der Tathergang betrachtet. Beweggründe o.ä. spielten keine Rolle. Wurde das gewünschte Ergebnis während der Verhandlung nicht erzielt, so war Folter ein probates Mittel an die benötigten Aussagen, selbst wenn diese falsch waren, heranzukommen. Als besonders schwere Verbrechen wurden in der Carolina Mord, Totschlag, Brandstiftung, Zauberei und Räuberei behandelt. Die vorgesehenen Strafen erstreckten sich von Arrest, über Zuchthaus, Galeerendienst, bis hin zu Folter und Hinrichtung. Auch die Berichterstattung  unterschied sich stark von der heutigen.- ein weiterer Kritikpunkt Schillers.

In den oft sehr ausgeschmückten, fast romanartigen Berichten galt es möglichst spannende Geschichten zu schreiben und Folter und Tod des Verbrechers so exakt wie möglich wiederzugeben. Die Motivation die hinter der Tat stand, spielte in der damaligen Berichterstattung keine Rolle. Hier war der Täter allein durch seine Tat definiert.

Schiller änderte das indem er sich darauf beschränkt den Tathergang so knapp wie möglich zu schildern und dafür dem Leser den Charakter des Protagonisten offen legt  und ihn dazu anregte sich selbst ein gerechtes Urteil zu bilden, was dazu führt das der Leser selbst damit beginnt am derzeitigen Strafsystem zu zweifeln.

 


Quellen:

Internet:

http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/sci/sci_bio_1.htm

http://www.goethe.de/kue/lit/prj/fsc/de219101.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Caspar_Lavater

http://gutenberg.spiegel.de/lavater/physiogn/physio51.htm

http://www.gah.vs.bw.schule.de/leb1800/

http://hls-dhs-dss.ch/textes/d/D9616-1-1.php

Literatur:

Aufbau-Verlag Berlin und Weimar: Bibliothek Deutscher Klassiker: Schillers Werke Erster Band Gedichte und Prosaschriften   1974            

Hirschgraben Literatur und Methode Friedrich Schiller Der Verbrecher aus verlorener Ehre    Lehrerheft von H. H. Rautenberg A. Hoppe und W. Dehn 1978

Cornelsen Literatur und Methode Friedrich Schiller: ,,Der Verbrecher aus verlorener Ehre� von H. H. Rautenberg A. Hoppe und W. Dehn 1993

 

 






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