Wissenschaftliche und technische Innovationen um 1800 und ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Zeit


Inhaltsverzeichnis:

1.   James Watt, Kurzbiografie

2.   Die Dampfmaschine

-        Entstehung der Dampfmaschine

-        Auswirkung auf die Gesellschaft

3.   Die Gebrüder Montgolfier, Kurzbiografien

4.   Der Heißluftballon

-        Entstehung der Idee

-        Durchführung

5.  Auswirkung auf die Gesellschaft

6.  Quellen

7.  Übersicht


James Watt


James Watt war ein schottischer Maschinenbauer und Erfinder. Er wurde am 19. Januar 1736 in Greenock geboren. Eine schwache Gesundheit erlaubten ihm keine regelmäßigen Schulbesuche, so dass er den größten Teil seiner Ausbildung von seinem Vater erhielt. Sein Vater betrieb ein Geschäft für Schiffsbedarf und Watt musste bereits in frühen Jahren dort aushelfen. 1755 entschloss er sich eine einjährige Lehre als Feinmechaniker zu machen. Dafür musste er allerdings nach London ziehen. Doch die kurze Lehrzeit erlaubte ihm keine Zulassung als Feinmechaniker. 1755-1766 betrieb Watt auf dem Gelände der Universität in Glasgow eine Instrumentenbauwerkstatt und später dann ein Ingenieurbüro. 1765 hatte er die atmosphärische Dampfmaschine von Thomas Newcomen verbessert. James Watt hat die Dampfmaschine also nicht erfunden wie oftmals behauptet wird, sondern grundlegend verbessert. 1769 meldete er Patent für seine verbesserte Dampfmaschine an. Bald darauf im Jahre 1775 bot ihm der englische Unternehmer Matthew Boulton ein Geschäft an. Dieser gründete zusammen mit Watt die weltweit erste Dampfmaschinenfabrik in Soho. Die Firma �Boulton&Watt� nahm ein Jahr später bereits die Produktion auf. Watt versuchte weiterhin seine Dampfmaschine immer noch weiter zu verbessern. Dies gelang ihm im Jahre 1782. 1785 wählte ihn die Royal Society zu ihrem Mitglied. 1788 entwickelte er den Fliehkraftregler zur Geschwindigkeitssteuerung seiner Maschine. 1800 zog er sich aus dem Unternehmen zurück, um sich ausschließlich seinen wissenschaftlichen Studien widmen zu können. Watt forschte an der Zusammensetzung des Wassers und führte die Pferdestärke als Maß für die Arbeitsleistung ein. Ihm zu Ehren wurde eine elektrische Messeinheit Watt genannt. 1814 wurde er auf Einladung der französischen Regierung in die �Academie des Sciences� aufgenommen. Am 25. August 1819 starb Watt schließlich in Heathfield.

 

Die Dampfmaschine


Entstehung der Dampfmaschine:


Wie schon gesagt hat James Watt die Dampfmaschine nicht wirklich neu erfunden, sondern Thomas Newcomens Dampfpumpe wesentlich verbessert und damit den Siegeszug der Dampfmaschine eingeleitet und die industrielle Revolution ausgelöst. Die Dampfmaschine gilt als erste und wichtigste Erfindung im 18. Jahrhundert, aufgrund ihrer weitreichenden Auswirkungen auf die damalige Gesellschaft. Doch zunächst zur Entstehung.

Schon vor Christi Geburt entdeckten die Griechen die Spannung des Wasserdampfes, erkannten jedoch nicht das Potenzial, das im Wasserdampf steckt. Im 17. Jahrhundert begann man, durch etliche Experimente, diese Kraft auszunutzen. 1705 entwickelte Thomas Newcomen eine Kolbendampfpumpe mit geringer Leistung, die hauptsächlich die Aufgabe hatte, Wasser aus den Bergwerksschächten zu pumpen. Watt erforschte zunächst die Eigenschaften des Wasserdampfes und seine Beziehung zwischen seiner Dichte, der Temperatur und seinem Druck. Watt erkannte, dass die Dampfpumpe von Newcomen unter großen Dampfverlust im Zylinder arbeitet, so machte er sich an die Arbeit, um einen Weg zu finden, diese Verluste zu vermeiden, oder wenigstens zu minimieren. 1765 entwickelte er schließlich die Niederdruckdampfmaschine, für die er 1769 sein erstes Patent anmeldete. Ein weiterer Punkt der seiner Maschine half ihren Siegeszug anzutreten war, dass man 1735 zum ersten Mal Koks herstellte, das deutlich mehr Wärme abgibt, als damals übliche Holzkohle. 1775 bot ihm der Unternehmer Matthew Boulton ein Geschäft an und die beiden gründeten die erste Dampfmaschinenfabrik. Boulton war für den Vertrieb der Maschinen zuständig, Watt für deren Weiterentwicklung. 1782 entwickelte Watt die doppelt wirkende Niederdruckdampfmaschine. 1788 konnte er seine Maschinen erneut verbessern, indem er den Fliehkraftregler erfand, der zur Geschwindigkeitssteuerung seiner Maschinen diente. 1800 zog sich Watt aus dem Unternehmen zurück. Die Annahme James Watt sei der Erfinder der Dampfmaschine kommt daher, weil er Newcomens Maschine entscheidend verbesserte und in der Folge weitere wichtige Beiträge zur Verbesserung beisteuerte.

 

Brüder Montgolfier


Joseph- Michel Montgolfier wurde 1740 in Annonay in Frankreich geboren. Sein Bruder Jacques-Etiennes erblickte 1745 das Licht der Welt. Beide waren Söhne eines reichen Papierfabrikanten. Die Montgolfiers bekamen eine Ausbildung in Chemie, Physik und Architektur. Später übernahmen sie die Leitung der Fabrik ihres Vaters. Sie erfanden einen Wärmemesser und ein Verfahren zur Herstellung von Transparentpapier, das ihnen einen großen Namen in der Papierherstellung verschaffte. 1771 wandte sich Joseph der Luftfahrt zu. Später begann auch Etiennes die Interessen seines Bruders zu teilen. Sie experimentierten zuerst mit Wasserstoff, doch der Durchbruch gelang ihnen erst 1782, als sie beobachteten wie kleine Holzstückchen über Feuer fliegen. Sie erkannten, dass heiße Luft die Ursache für dieses Phänomen war.



Der Heißluftballon der Gebrüder Montgolfier


Entstehung der Idee:


Joseph dachte am Kamin über Zeitungsberichte nach, die von der Belagerung MontgolfiereGibraltars handelten. Die Insel war über Die Land- oder die Seeseite nicht einzunehmen. So blieb nur der Luftweg.1782 beobachteten die beiden Brüder wie kleine Holzstückchen über das Feuer in ihrem Kamin fliegen. Sie schlossen daraus, dass die heiße Luft der Grund für dieses Phänomen ist. Sie erkannten also, dass heiße Luft aufsteigt. Außerdem sahen sie, dass heiße Luft in einem Papier- oder Seidenbeutel gesammelt, den Beutel zum Steigen bringt. Diese Tatsache wollten sie sich für die Luftfahrt zu nutze machen.

 

Durchführung:


Im Juni 1783 führten die Brüder Montgolfier einen ersten Test durch. Sie hatten eine 600 Kubikmeter große Hülle aus Papier und Leinwand angefertigt und befüllten diese mit heißer Luft, die durch verbrennen von Stroh und Wolle erzeugt wurde. Die heiße Luft brachte den unbemannten Ballon 100 Meter hoch in die Luft und ungefähr Zwei Kilometer weit weg. Dieser erste Versuch fand in Annonay, dem Geburtsort der Brüder statt. Trotzdem reichte die Nachricht bis nach Paris, wo man enttäuscht war, dass ein so bedeutendes Ereignis in der Provinz stattfand. Daraufhin erteilte König Ludwig VI. der Akademie der Wissenschaften persönlich den Auftrag, den Versuch mit der Luftkugel fortzuführen. Doch da die Informationen die aus Annonay gekommen waren, wussten die Wissenschaftler nicht, mit was der Ballon gefüllt war. Für sie kam nur Wasserstoff, der 14mal leichter als Luft ist, in betracht. Doch so große Mengen Wasserstoff konnte man noch nicht herstellen, deshalb musste man erst Geräte dafür entwickelt und gebaut werden. Zudem wurde die Ballonhülle von der im Wasserstoffgas enthaltenen Schwefelsäure zerfressen. Doch eine Beschichtung der Gebrüder Robert, aus Firnis, löste dieses Problem. Doch König Ludwig VI. hatte die Gebrüder Mongolfier schon nach Paris zu einer Vorführung eingeladen. So kam es zu einem Wettstreit zwischen der Akademie und den Montgolfiers. Die Akademie verzeichnet den ersten Erfolg am 27. August 1783 als ein Wasserstoffgefüllter Ballon sich in die Lüfte erhebt. Am 19. September 1783 steigt ein Ballon der Gebrüder Montgolfier vor den Augen des Königs auf. Dieser Ballon hatte zum ersten Mal Passagiere an Bord, einen Hahn, einen Hammel und eine Ente. Es gab allerlei Theorien über die Gefährlichkeit höherer Luftschichten, doch man wollte die Landung abwarten. Nach der Landung hatte der Hahn einen Gebrochenen Flügel, man kam jedoch zu der Erkenntnis, dass der Hammel bei der Landung auf den Flügel getreten sein muss. Durch diesen erfolgreichen Test war der Weg für den ersten Flug eines Menschen frei. Am 21. September wurde der Traum vom fliegen endlich war. Pilatre de Rozier und der Marquis d`Arlandes sind die ersten Menschen die sich in die Lüfte erhoben und nicht wie oft angenommen die Gebrüder Montgolfier. Dies alles geschieht vor den Augen des Königs. Am 1. Dezember startete der erste bemannte Gasballon der Akademie.

 

Auswirkung auf die Gesellschaft:


Schon die erste Nachricht über das Aufsteigen einer Hülle aus Papier und Leinwand, mit Hilfe von heißer Luft glich einer Sensation. Seit jeher versuchten Menschen den Himmel zu erobern, doch es mangelte an den technischen Mitteln und dem Aberglauben, dass der Himmel Lebensraum für übernatürliche Kreaturen sei. Doch mit dem Ballon der Gebrüder Montgolfier wurde der Traum vom fliegen Wirklichkeit. König Ludwig VI. war von der Eroberung des Luftraumes so fasziniert, dass er ein Gesetz erließ, nach dem nur Adlige Ballon fahren durften. Die Ballone wurden vielseitig eingesetzt. Wetterballone wurden zu Wissenschaftlichen Zwecken aufsteigen lassen oder sie wurden als Kundschafter zu militärischen Zwecken benutzt. Doch da die Ballone am Himmel fast Schutzlos waren und ein leichtes Ziel abgaben wandten sich die Adligen gegen das von König Ludwig VI. erlassene Gesetz, da sie die ersten waren, die Opfer der Kriege wurden. Seitdem werden Erstballonfahrer in den Ballonfahreradel erhoben, bevor sie abheben. Der Heißluftballon, das erste Luftfahrzeug der Welt, faszinierte die Menschen und trieb sie immer weiter an, noch bessere Luftfahrzeuge zu entwerfen und zu entwickeln. Er gab den Anstoß zur Eroberung des Luftraumes.

 

Quellen



www.members.aon.at/wziegler/temp/geschichte/
www.ballonfahrten.de/html/historie.php

http://ballonfahrteam-sauerland.de/Histor.htm
www.rhoenline.de/rhoener-balloener/geschichte.html

www.ballongutschein.de/gesch.html

http://home.arcor.de/fredrik.matthaei/Museumsbahnen/DTMB_Dampf.htm

www.oppisworld.de/zeit/biograf/bios/watt.htm

Geschichte 12  ( Cornelsen Verlag )

 

Übersicht:

James Watt:

-        geboren 19.1.1736 in Greenock ( Schottland )

-        keine regelmäßigen Schulbesuche wegen schwacher Gesundheit

-        1755 Lehre als Feinmechaniker

-        1755-60 betrieb einer Instrumentenbauwerkstatt

-        1765 Verbesserung der Newcomen`schen Dampfpumpe

-        1769 Patent für Dampfmaschine

-        1775 Unternehmensgründung mit Boulton

-        1782 erneute Verbesserung der Dampfmaschine

-        1785 zum Mitglied der Royal Society gewählt

-        1800 Rückzug aus dem Unternehmen

-        gestorben am 25.8.1819

 

Die Dampfmaschine:

 

-        gilt als wichtigste Erfindung des 18. Jahrhunderts

-        ständige Weiterentwicklung der Dampfmaschine

-        Verbesserung der Arbeitsbedingungen

-        Massenproduktion durch Mechanisierung

-        Soziale Frage

 

Die Gebrüder Montgolfier:


-        Joseph-Michel (geb. 1740) und Jacques-Etiennes Montgolfier (geb. 1745)

-        Söhne eines reichen Papierfabrikanten

-        Ausbildung in Chemie, Physik und Architektur

-        1771 wandten sie sich der Luftfahrt zu

-        Durchbruch mit aufsteigendem Seidenbeutel

 

Der Heißluftballon:

 

-        Juni 1783 erster Test mit Hülle aus Papier und Leinwand

-        Einladung nach Paris

-        Wettstreit mit der Akademie der Wissenschaften

-        19. September 1783 erster Flug mit Passagieren

-        21. September 1783 erster bemannter Flug

-        Eroberung des Luftraumes

-        Verwendungszwecke

 

(Michael Escherich, 2004)