Alte Menschen um 1800

Die Behandlung alter Menschen war zu allen Zeiten ein Spiegelbild dessen, wie die Gesellschaft aufgebaut war und funktionierte. Im 18. Jahrhundert war es sehr ungewöhnlich, nicht verheiratet zu sein und nicht eine große Zahl Nachkommen zu haben, die dann den alten Menschen bis zu seinem Tode bei sich zu Hause aufnahmen. Der Fortbestand der Gesellschaft musste gesichert werden und ein älterer unverheirateter Mensch wurde mit großem Mißtrauen betrachtet und mußte auch mehr Steuern zahlen. Besonders problematisch war die Situation für ältere Witwen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung lag Ende des 18. Jahrhunderts bei 63,4 Jahren (Männer) und 67,9 Jahren (Frauen).
Während der Zeit der Aufklärung nahm das Ansehen der Alten langsam zu, doch ihre Lebensweise differierte je nach Stand und Ort zum Teil ganz erheblich. Allgemein kann jedoch gesagt werden, daß ein Mensch, der zum Pflegefall wurde und keine Kinder hatte, die ihn versorgten, überaus schlecht dran war. Wenn er nachweisen konnte, daß er arbeitsunfähig war (sonst bekam er überhaupt keine staatliche Hilfe), kam er in ein sogenanntes „Spital“, wobei das damalige Spital mit dem heutigen nicht das Geringste zu tun hatte.

Zur Versorgung der Menschen gab es auch sogenannte „Kassen“, die jedoch nicht so ganz funktionierten. Gedacht war eigentlich daran, eine finanzielle Rücklage im Stil unserer heutigen Altersversicherungen zu schaffen, doch mißtrauten viele diesen Einrichtungen, da die Steuern oft zweckentfremdet wurden. So entstanden auch Defizite. Es gab Begräbniskassen (in die einmalig am Ende des Arbeitslebens eingezahlt wurde), berufsspezifische Kassen (z.B. für Kriegsinvalide), Braut- und Jungfernkassen (zur Bevölkerungsvermehrung) und Lebensversicherungen.
 
 
 
 
 
 

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